Praktisch keine Tiefenbegrenzung
Entscheidend ist nicht die Dicke des Bauteils, sondern die Frage, ob das Seil darum herumgeführt werden kann. Damit sind Querschnitte trennbar, die sonst gesprengt oder zerstemmt werden müssten.
Leistung
Für alles, was zu dick, zu groß oder zu verwinkelt für eine Säge ist: ein umlaufendes Diamantseil trennt Querschnitte nahezu ohne Begrenzung.
Die Wandsäge ist durch den Durchmesser ihres Sägeblatts begrenzt. Die Seilsäge ist das nicht. Ein Stahlseil mit aufgefädelten Diamantperlen wird um das Bauteil geführt, auf Spannung gebracht und läuft dann als geschlossene Schleife durch den Beton. Wie dick das Bauteil ist, spielt dabei keine Rolle mehr.
Deshalb kommt die Seilsäge dort zum Einsatz, wo andere Verfahren nicht weiterkommen: bei massiven Fundamenten, meterdicken Wänden, Brückenteilen, Widerlagern und großformatigen Betonbauteilen. Auch Schnitte in schwer zugänglichen Bereichen und entlang komplexer Geometrien sind damit möglich — das Seil folgt der Führung, nicht einer starren Schiene.
Trennen und Zerlegen von Fundamentblöcken, Maschinenfundamenten und Widerlagern.
Querschnitte, die jenseits der Schnitttiefe einer Wandsäge liegen — in einem Durchgang getrennt.
Zerlegen schwerer Bauteile in transportfähige Stücke, die am Stück abgehoben werden können.
Schräge, winklige und nicht geradlinige Schnittführungen, die eine Schienensäge nicht abbilden kann.
Die Antriebseinheit steht abseits der Schnittstelle — es muss nur das Seil ans Bauteil, nicht die Maschine.
Erschütterungsarmes Trennen dort, wo angrenzende Bereiche in Nutzung bleiben.
Technik und Nutzen
Entscheidend ist nicht die Dicke des Bauteils, sondern die Frage, ob das Seil darum herumgeführt werden kann. Damit sind Querschnitte trennbar, die sonst gesprengt oder zerstemmt werden müssten.
Kein Schlag, keine Vibration, keine Gefügeschäden am verbleibenden Bauteil. Gerade bei Bestand, bei angrenzender Nutzung und bei empfindlicher Nachbarschaft ist das oft das ausschlaggebende Argument.
Getrennte Abschnitte werden als Ganzes abgehoben statt zerkleinert. Weniger Bruch heißt weniger Schutt, weniger Staub und weniger Abtransport.
Antrieb und Umlenkrollen lassen sich entfernt von der Schnittstelle aufstellen — ein Vorteil in engen Schächten, Gruben und über Kopf.
Aus der Praxis
Die Schnitttiefe ist nicht das begrenzende Maß. Entscheidend ist, ob sich das Seil um das Bauteil führen lässt — dafür genügen in der Regel Kernbohrungen als Durchführung.
Dann werden an den Eckpunkten des geplanten Schnitts Kernbohrungen gesetzt, durch die das Seil eingefädelt wird. Das ist das übliche Vorgehen bei innenliegenden Schnitten.
Ja. Das Diamantseil trennt Beton und Bewehrung gemeinsam; stark bewehrte Querschnitte brauchen lediglich mehr Schnittzeit.
Vor dem letzten Schnitt wird das Teil gesichert und an Hebezeug angeschlagen, dann abgehoben und abtransportiert.
Häufig in Kombination
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